Information zur weltweiten Bevölkerungsentwicklung und ihre Auswirkungen auf die Natur

Demografie

  1. Die Weltbevölkerung wächst schneller als je zuvor: 84 Millionen Menschen müssen jedes Jahr hinzugezählt werden. 90% dieses Wachstums entfällt auf die sogenannten Entwicklungsländer. Ihre, 3,5 Milliarden Menschen wachsen jährlich um 76 Millionen – mehr als 1Million pro Woche.
  2. Es dauerte hundert Jahre, um die Weltbevölkerung von 1 Milliarde im Jahre 1830 auf 2 Milliarden im Jahre 1930 wachsen zu lassen. Derzeit wächst die Menschheit in weniger als 15 Jahren um 1Milliarde. Die um 1930 Geborenen erleben noch zu ihren Lebzeiten, wie die dritte, vierte, fünfte und sechste Milliarde an Menschen in ihre Welt hineinwächst.
  3. Zwischen 1974 und 1984 wuchs die Bevölkerung der Entwicklungsländer um 700 Millionen – eine Zahl, die größer als die Gesamtbevölkerung von Lateinamerika und Afrika Jahre

 

Folgen des schnellen Bevölkerungswachstums:

  1. Das schnelle Bevölkerungswachstum vergrößert die Einkommensunterschiede zwischen den reichen Industrieländern und den Entwicklungsländern.
  2. Derzeit gibt es 40% Arbeitslosigkeit in den am wenigsten entwickelten Ländern der Dritten Welt. Zwischen 1980 und 2000 müßten 700 Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen werden, um die Arbeitslosigkeit zu beseitigen und diejenigen zu beschäftigen, die in das Erwerbsalter eintreten. Dies sind mehr Arbeitsplätze als zur Zeit in der gesamten westlichen Welt vorhanden sind.
  3. Das Nahrungsmittelangebot hält nicht, Schritt mit dem Bevö In Südasien ist das zurzeit noch möglich. In Afrika jedoch, der am schnellsten wachsenden Region, verringert sich das Angebot der Nahrungsmittel pro Mensch ständig. Die Ereignisse in Äthiopien, einem Land mit in den letzten Jahrzehnten erheblich gewachsener Bevölkerung, sollten auch unter diesem Aspekt gesehen werden; damit Hilfen geleistet werden, die zukünftige Katastrophen verhindern oder das Ausmaß mindern.
  4. Das schnelle Bevölkerungswachstum zerstört die Reproduktionskapazität der ozeanischen Fischbestände und ist verantwortlich für Überweidung, Abholzen der Wälder (Feuer- und Nutzholz) und Auslaugung der Böden. Meere und Wälder, Grasland und Ackerboden aber erhalten das Leben auf der Erde:
  • 1% der Wälder auf der Erde, oder mehr als 80000 km² (1/3 der Größe der Bundesrepublik) werden jedes Jahr zerstört.
  • Die Bodenerosion führt zu einem Verlust des Ackerbodens von 23 Milliarden Tonnen jährlich. Eine Rate nach der der Ackerboden der Erde in 150 Jahren verschwunden sein wird.
  • Die Ausbreitung der Wüsten bedroht 20% der Erdoberfläche.
  • Es wird geschätzt, dass mehr als 500000 oder mehr als 1/6 der Pflanzen- und Tierspezies von heute im Jahre 2000 ausgelöscht sein werden.

Das rapide Bevölkerungswachstum zerstört die politische Stabilität. Auf Grund der hohen Geburtenraten in den Städten und der uneingeschränkten Landfluchtverdoppelt sich die Zahl der Einwohner in einigen Ballungsgebieten alle 10 Jahre. Dieses massive Wachstum macht es den Regierungen unmöglich, die öffentlichen Dienste im benötigten Maße zu entwickeln und zu unterhalten. Es zerstört das öffentliche Vertrauen in die politischen und sozialen Institutionen. Freiheitlich demokratische Entwicklungen werden unmöglich oder rückgängig gemacht.

Vorschläge zur Lösung des Bevölkerungsproblems: 

  1. Familienplanung ist einer der wirksamsten Schritte, um das Bevölkerungswachstum zu verlangsamen und zum Stillstand zu bringen. Das haben erfolgreiche Programme in Ländern bewiesen, wo sogar ein wirtschaftlicher Rückgang zu verzeichnen war.
  2. Die meisten Paare in der Dritten Welt wünschen sich kleinere Familien. 50% der verheirateten Frauen in Lateinamerika und Asien haben derzeit keinen weiteren Kinderwunsch (World Fertility Survey).
  3. Familienplanung ist nicht teuer. Sie, ist eine der kostengünstigsten Formen der Entwicklungshilfe.
  4. Familienplanung hat drastisch die Geburtenraten in Indonesien, Thailand, Kolumbien, Mexiko und in der Volksrepublik China gesenkt. Dennoch sind die weltweiten Anstrengungen zur Unterstützung von Programmen die Gesundheitsvorsorge für Mütter und Kinder durch Familienplanung (Abstand zwischen den Geburten) nicht ausreichend und zeigen zu wenig Auswirkung auf das Bevölkerungswachstum.
    Für ungefähr zwei Drittel der Paare in der Dritten Welt, ausgenommen in China, sind Informationen zur Familienplanung und ihre Vorteile sowie die dazugehörigen Gesundheitsdienste kaum vorhanden.
  5. Die Anwendung von Empfängnisverhütung müsste auf das Vierfache anwachsen, um alle zu schützen, die zu bestimmten Zeiten ihres Lebens von Familienplanung Gebrauch machen möchten. Nach diesen Daten müssten die jährlichen Ausgaben von derzeit 1 Milliarde US Dollar auf 5-7 Milliarden erhöht werden, um die erforderlichen Ziele zu erreichen. Das wären weniger als 1% der derzeit jährlichen Ausgaben für militärische Rüstung.
  6. Schlechte wirtschaftliche Bedingungen in den am wenigsten entwickelten Ländern verhindern die Einführung von neuen Programmen der Familienplanung. Die meisten Nationen benötigen zusätzlich Hilfe von Organisationen und Institutionen aus Industrieländern. Hilfe bedeutet Information, Ausbildung und Training von medizinischem und paramedizinischem Personal, Verteilung von medizinischen Instrumenten und Mitteln zur Empfängnisverhütung. Die Anfragen aus Entwicklungsländern übertreffen bei weitem die Mittel und Etats, die derzeit, auch in Europa, zur Verfügung stehen.
  7. Der Anteil der Entwicklungshilfe für Programme der Familienplanung ist zu gering. Ungefähr 40 Milliarden US Dollar werden von allen Geberländern pro Jahr zur Verfügung gestellt. Das sind 10 US Dollar pro Person der Bevölkerung in der »Dritten Welt«. Davon entfallen jedoch nur 13 Cent, entsprechend DM 0,40, auf die Familienplanung. Eine geringfügige Änderung zugunsten von Programmen der Familienplanung würde eine erhebliche Steigerung der Effektivität der gesamten Hilfe bewirken.